FAQS

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich wollte schon immer schreiben, dachte aber, ich hätte keine wirkliche Geschichte zu erzählen. Ich probierte mich in verschiedenen Genres aus und habe irgendwann gemerkt, dass es mich immer wieder zu romantischen Stoffen zurückzog. Das war seit jeher mein Lieblingsteil an einem Buch, ob ich sie nun lese oder schreibe – der erste Blick, die unbestreitbare Anziehungskraft, die Sehnsucht, das Verlangen und dann der Moment, wo man sich dem anderen hingibt. Gegen eine gute Liebesgeschichte bin ich einfach machtlos. Ich habe ab und zu kleine Szenen geschrieben, aber weiter als ein paar Seiten bin ich nie gekommen – bis ich mit Thoughtless begann. Auf einmal konnte ich nicht mehr aufhören zu schreiben. Irgendetwas trieb mich an, ich musste die Geschichte einfach zu Ende erzählen.


Woher kam Ihre Inspiration für Thoughtless?

Tagträume und Musik. Musik ist sehr wichtig für mich, vor allem, wenn ich schreibe. Der Hauptgrund dafür, dass Kellan in einer Band spielt, ist, dass ich ihn so klar und deutlich vor mir gesehen habe, wenn ich meine Lieblingslieder von Linkin Park, The Fray und One Republic gehört habe (ich liebe ihr Album Dreaming Out Loud und habe es pausenlos abgespielt). Plötzlich sah ich vor meinem inneren Auge deutliche Bilder von Kellan auf der Bühne – und von da an nahm er immer klarere Konturen an. Zunächst war er einfach der Sänger ohne Namen in meinem Kopf, der, an den ich dachte, wenn ich joggen ging … und dann tauchte auch plötzlich Denny in meiner Fantasie auf. Er ist einem wahnsinnig süßen australischen Schauspieler namens Craig Horner nachempfunden. Ich fing an mir vorzustellen, wie irgendein armes Mädchen zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Jungs wählen müsste. Also setzte ich mich irgendwann abends hin und schrieb die Espressostand-Szene. Danach stellte ich mir viele „Wieso, wann, wo“-Fragen. Es hat so viel Spaß gemacht, mir zu überlegen, wie und warum es zu dieser Szene kommen könnte, und mehr und mehr Szenen fielen mir ein. Bevor ich so richtig wusste, wie mir geschah, hatte ich auf einmal mehrere Kapitel geschrieben und noch viel mehr offene Fragen zu beantworten.


Sind die Figuren aus Thoughtless Menschen nachempfunden, die Sie kennen? Haben Sie irgendwelche Momente im Buch auch schon einmal persönlich erlebt?

Diese Frage wurde mir schon öfter gestellt, und ich freue mich jedes Mal darüber. Es ist so wunderbar, dass die Geschichte sich echt genug anfühlt, dass Leser sich fragen, ob Teile davon wirklich so passiert sind. Das bedeutet, ich habe etwas richtig gemacht. Aber nein, nichts in dem Roman basiert auf tatsächlichen Erfahrungen. Der einzige Bezug zu mir ist, dass Kiera gewisse Eigenheiten, Unsicherheiten und den Wunsch zu schreiben mit mir teilt.


Wie sieht Ihr Schreibprozess aus?

Ich schreibe nach Instinkt, bzw. einfach so, wie es kommt. Normalerweise habe ich eine ungefähre Idee, wo die Geschichte hingehen soll, oder kenne ein paar Eckpunkte, die ich auf dem Weg abarbeiten will – aber im Großen und Ganzen ist es ein sehr natürlicher Prozess, einer, den ich nicht immer kontrollieren kann. Ich weiß zwar oft, wie eine Geschichte endet, wenn ich zu schreiben anfange – aber nicht immer. Manchmal habe ich auch zwei oder drei mögliche Enden im Kopf und weiß erst, welches es wird, wenn ich ankomme. Es ist, als würde ich in meinem Kopf einen Film ansehen, und manchmal schockieren die Dinge, die passieren, sogar mich! Es gab einige Stellen in Thoughtless, wo irgendeine Kleinigkeit geschieht, die später sehr wichtig wurde. Zum Beispiel, wie ungern Kiera mit Griffin spricht – ich hatte am Anfang keine Ahnung, wie wichtig dieses kleine Detail werden würde. Oder Annas Besuch – ich wusste nicht genau, wie dieser ablaufen würde – außer dramatisch natürlich. Ein anderes Beispiel sind die kleinen Notizen in Effortless. Obwohl ich nicht geplant hatte, sie zu schreiben, waren sie schnell der Lieblingsteil der Fans – vor allem die letzte Nachricht. Manchmal passen auch Dinge, von denen ich mir zunächst sicher war, dass sie passieren müssen, im Laufe der Geschichte nicht mehr hinein. Ich habe dutzende Stichworte und Notizen zu verworfenen Szenen in meinem Zimmer, manche davon auf sehr komische Oberflächen geschrieben – auf Papiertüten, Taschentücher, Servietten, Post-its, Briefumschläge und Visitenkarten –, was auch immer eben gerade neben mir lag, als mir eine Idee kam.

Der Schreibprozess bei Thoughtless war am schwierigsten. Ich habe alle Hauptszenen zuerst verfasst und erst danach daran gearbeitet, sie miteinander zu verbinden. Doch als sich die Figuren in meinem Kopf weiterentwickelten, musste ich neue Szenen dazuschreiben, alles wieder umsortieren und Szenen herausstreichen, die auf einmal nicht mehr passten. Der Abend zum Beispiel, an dem Kiera Kellan in der Bar eine Ohrfeige verpasst – in meinem ersten Entwurf tat sie das bei ihnen zu Hause, direkt vor Denny. Die Szene, wo Denny dann alles erfährt, passierte kurz darauf in der Einfahrt, und auf Kellans Vergangenheit wurde gar nicht eingegangen. Ich hatte nämlich die Szene, die mich zu Kellans tragischer Kindheit inspirierte, noch gar nicht geschrieben. Ich habe viel daraus gelernt und seitdem bemühe ich mich linearer zu schreiben – vom 1. Kapitel bist zum Ende, um später nicht alles umschreiben zu müssen.

Ich versuche, jeden Tag zu schreiben, am liebsten früh morgens, bevor meine Kinder aufwachen. Für Thoughtless habe ich 6 Monate gebraucht. In den Jahren darauf habe ich alle 3-4 Monate eine neue Geschichte veröffentlich. Heute habe ich mehr zu tun als früher und brauche daher länger, um einen Roman fertigzuschreiben und muss auch mehr Zeit für das Lektorat miteinplanen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass Fortsetzungsbände sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen, als neue Geschichten, da man so viele Aspekte aus dem Vorgängerroman beachten muss.


Welche Szenen schreiben Sie am liebsten?

Ich liebe die intensiven, gefühlvollen Szenen. Je emotionaler eine Szene ist, desto leichter fällt es mir, sie zu schreiben – bei Thoughtless die Szene im Regen, der Streit im Hinterzimmer, bei Effortless die Abschiedsszene. Diese Momente fließen nur so aus mir heraus, ich muss normalerweise nicht einmal groß darüber nachdenken. Ich lehne mich einfach zurück und sehe dabei zu, was sich in meinem Kopf abspielt und schreibe so schnell wie möglich mit. Es ist auch ganz anders, solche gefühlsintensiven Szenen zu schreiben, als sie zu lesen. Ich verkrampfe mich richtig, wenn ich Bücher lese, und leide mit – nicht aber wenn ich selbst etwas schreibe. Wahrscheinlich, weil ich genau weiß, was die Beteiligten denken und fühlen und wie am Schluss alles ausgeht.

Die Sexszenen schreibe ich nach den großen Gefühlen am liebsten, und die Flirtszenen machen auch großen Spaß. Ich liebe die sinnlichen, knisternden Momente, in denen die Figuren sich gegenseitig verrückt machen – im positiven Sinne natürlich. Es macht noch mehr Spaß, wenn meine Figuren sich nicht zueinander hingezogen fühlen dürfen, so wie in Thoughtless. Ich liebe die Spannung, die dadurch entsteht.


Ist der 3. Band wirklich der letzte in der Thoughtless-Serie?

Ja, ich glaube, es gibt nicht mehr viel, das ich Kellan und Kiera erleben lassen kann, ehe sie einfach für immer und ewig zusammengehören – oder sich trennen müssen. Careless setzt beinahe nahtlos an Effortless an und hat wirklich tolle Szenen, herzerwärmende aber auch solche, die einem das Herz brechen. Ich hoffe, meine Leser empfinden es als würdiges und zufriedenstellendes Ende der Serie. Band 3 der Trilogie ist aber vielleicht nicht das letzte Buch, das ich in der Thoughtless-Welt spielen lasse. Es würde mich zum Beispiel reizen, mit Anna und Griffin weiterzuarbeiten. Die beiden sind mir richtig ans Herz gewachsen und Griffin zu schreiben macht einfach einen Riesenspaß. Ich habe auch daran gedacht, ein Prequel zu Thoughtless zu schreiben, in dem Kellan und die D-Bags im Mittelpunkt stehen und das die Geschichte aus Kellans Sicht beschreibt.


Wie kommen Sie auf die Namen Ihrer Figuren?

Fast immer fallen mir die Namen ein, während ich schreibe. Für manche Namen recherchiere ich auch, damit sie zur Nationalität und dem Hintergrund der Figuren passen. Bei weiblichen Hauptfiguren sind es oft Mädchennamen, die ich schon immer toll fand und so endlich irgendwo verwenden kann. Auch Denny und Kellan waren von Anfang an Lieblingsnamen von mir, obwohl sie zu Beginn genau umgekehrt hießen – Kellan war Denny, und Denny war Kellan. Irgendwann fand ich dann aber, dass Denny mehr nach einem Australier klingt. Und vor allem: Kellan ist einfach der sexyre Name.


Wie klingen die D-Bags?

Es gibt hunderte von Songs, bei denen ich an die D-Bags denke. Es gibt auch Stellen in Liedern, die in meinem Kopf genau nach ihnen klingen und bei denen ich eine Gänsehaut bekomme – einzelne Wörter, Ausdrücke, lautes Ausatmen. Aber die Lieder unten treffen im Allgemeinen für mich perfekt den Sound der Band und Kellans Stimme.

„New Divide“ von Linkin Park. Das ist das Lied, auf das ich immer zurückkomme, um die D-Bags vor mir zu sehen. Dieses Lied trifft sie genau.

„Leave Out All The Rest“ von Linkin Park. Das ist Kieras Lieblingslied. Das Lied, das sie im ersten Kapitel von Thoughtless hört, was sie innehalten noch einmal zurückblicken lässt.

„Shadow of the Day“ von Linkin Park. Seine Stimme in diesem Lied – so wunderschön. Genau so stelle ich mir Kellans Stimme vor.

„What I’ve Done“ von Linkin Park. Noch ein Lied, das für mich den D-Bag-Sound hat.

Wie man sieht, stelle ich mir die D-Bags wie Linkin Park vor. Diese Lieder von anderen Bands kommen aber auch nahe heran:

„Time After Time“ von Quietdrive
„Reason“ von My Darkest Days
“Can’t Forget You” von My Darkest Days
“Take a Picture” von Filter
“Gives You Hell” von The All-American Rejects
… und wahrscheinlich gibt es noch tausende mehr.